Böse vielleicht, dumm sicherlich nicht!

von Paolo Almeida

Dass man als unabhängiger Journalist hin und wieder in ein Fettnäppfchen tritt ist eine Sache, dass man allerdings auch so manches Mal unbeabsichtigt auf „interessantes“ stößt, ist was anderes. So mein Artikel vom 1.August Regierungsmitglieder sollten „Vorbild“ sein

Da dieser Beitrag allem Anschein nach für erhebliche Aufregung Sorge zu tragen scheint, ist es notwendig an dieser Stelle einiges Richtig und Klar zu stellen. Der Grund hierfür sind mitnichten die anonymen Drohkommentare die unserer Redaktion zugestellt werden, vielmehr sind es, zum einen die Tatsache dass „Lëtzebuerg Privat“ den Beitrag aufgriffen hat, zum anderen die Kommentare die dieser Artikel unter https://www.luxprivat.lu/news/detail/unbezahlte-bussgeldbescheide-corinne-cahen-dementiert-und-droht-journalisten.html hervorgerufen hat.

corinne cahen luxprivat

1) Es ist richtig dass Minsterin Cahen auf ihrer Facebookseite mitgeteilt hat es gebe böswillige Gerüchte Sie habe ein Auto ohne Vignette in ihrer Straße stehen. Dies stimme aber nicht, denn Sie habe ein Auto mit einer gültigen Vignette und habe folgerichtig nie ein Bußgeldbescheid erhalten. Sie gibt auch an zu wissen wer der Autor des Artikels ist. Ich habe meinen Namen im Artikel angegeben, insofern ist auch das, zumindest Teilweise richtig. Ich hege aber kleine Zweifel daran ob Sie sich auch an mein Gesicht erinnert, was aber nicht erheblich ist.

2) Im gleichen Maße wie Jan Böhmermann von Tayyip Recep Erdogan für verfehlte Satire juristisch belangt werden darf, ist es natürlich richtig und rechtens einen Journalisten für Verleumdung, sofern der Artikel den Tatbestand erfüllt, mit allen Mitteln des Rechtsstaates zu verfolgen. Einfacher wäre es gewesen die e-mail zu beantworten, in welcher ich nachgefragt hatte was es denn mit der abgelaufenen Vignette auf sich hat.

3) Was die Recherche betrifft. Die im Artikel angesprochene Anwohnerin (mit Kind) hat explizit ausgesagt dass das Fahrzeug jenes der Ministerin sei. Nun mag es zutreffend sein, das besagtes Fahrzeug nicht auf ihren Namen angemeldet ist, sondern ein „Firmenfahrzeug“ ist. Auch dieses hätte als Antwort auf die e-mail hinreichend geklärt werden können. Fakt ist allerdings, dass nicht nur die im Artikel beschriebene Frau, sondern auch andere Anrainer die Frau Ministerin regelmäßig als Fahrzeugführerin ausgemacht haben.

4) Dass ein Journalist seine Quelle nicht Preisgibt ist eine Rechtliche Grundlage. Insofern werde ich im Falle eines Rechtsverfahrens keine Zeugen aufrufen. Dies gilt im besonderen für den „Agent Municipal“. Im Rechtsverfahren allerdings wird mit bestimmter Sicherheit der Fahrzeughalter und im Falle eines Firmenwagens, ein Vertreter der Geschäftsleitung über den Benutzer Auskunft geben müssen. Immerhin sind angesichts des Bildes drei klar erkennbare Bußgeldbescheide zu sehen. Das Fahrzeugkennzeichen wurde ordnungsgemäß geschwärzt und auch das Fahrzeug „als ganzes“ wurde nicht veröffentlicht.

5) Zu den auf www.luxprivat.lu veröffentlichten Kommentaren muss Stellung genommen werden.

– Ein gewisser „Franz“ hofft auf rechtliche Schritte gegen meine Person und will gar dass die Gemeinde einen Angestellten seiner Lohnabhängigkeit beraubt. Zudem legt er falsch dar, dass der „Pëchert“ sogenannte Interna ausgeplaudert habe. Die Naïvität meiner Fragen und mein junges Erscheinungsbild haben diesen gesetzestreuen Mitbürger sicherlich zu mehr Auskunft verführt als es sich gebührt. Dieser hat allerdings zu keinem Zeitpunkt angegeben die Bußgeldbescheide seien nicht bezahlt worden. Gleichfalls hat dieser mit keiner Silbe Fahrzeughalter, noch Fahrzeugführer genannt. Und auch der „Service de la Circulation“ hat uns jede Auskunft verweigert.

– Auch der „Moie Misch“ sieht sich genötigt, diesmal nicht nur meine Person, sondern direkt die gesamte Redaktion anzugreifen. Erstens möchte ich klarstellen dass es beleidigend ist mich als „nicht existierend“ zu verklären. Liegt es etwa daran dass meine Vorfahren aus Portugal eingewandert sind? Nun, gewissen Hassparolen soll an dieser Stelle nicht mehr Wert zugewiesen werden als notwendig. Auch liegt diese Person falsch mit ihrer Behauptung die Namensgebung „indymedia-lëtzebuerg“ sei dem Kollektiv verboten worden. Wir unterhalten mit vielen Indymedia Zentren, dort wo es für unsere redaktionelle Arbeit wichtig ist und wo auch ordentliche Journalisten ihrer Arbeit nachgehen, hervorragende Beziehungen.

– Was die Seriosität meines Auftraggebers betrifft, so darf sich jeder ein eigenes Bild machen. Dass unsere Beiträge nicht im Inland verkauft werden liegt primär daran dass wir nicht für einen Hungerlohn arbeiten, zum anderen daran dass unsere Aktivitäten sich auf Beiträge mit europäischer Relevanz beziehen. Der Blog dient ausschließlich zur Veröffentlichung von Beiträgen die von den Journalisten des Kollektivs, sozusagen „nebenbei“, erstellt werden. Sie sollen zudem das Kollektiv sichtbarer machen. Letzteres scheint nun zumindest in gewissem Maße der Fall zu sein. Der „Moie Misch“ sollte sich demnach sein Heinz Erhardt Zitat gleich selber zu Herzen nehmen.

Ich erlaube mir dann noch an dieser Stelle „claudia“ „Filipe Marques“ „Frank“ „Spirinelli Marcel“ „Lerscho39“ und „Johan“ für die abgegebenen Kommentare zu danken.

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