Vorbildliche medizinische Versorgung ?

von Paolo Almeida

Luxemburg erfreut sich ausreichender Anzahl von Allgemeinmedizinern

Im Gegensatz zu seinen Nachbarländern kann sich Luxemburg nicht über eine Unterversorgung im Bereich der Allgemeinmedizin beklagen. Im Gesundheitsministerium ist man somit auch höchst zufrieden angesichts der vorliegenden Zahlen.

Lag die Quote 2005 noch bei 0,79% je Tausend Einwohner, waren es 2008 bereits 0,82% und 2015 sind 0,88%. Damit sei festgestellt dass die Zahlen seit 11 Jahren eine positive Tendenz zeigen, während sie im gleichen Zeitraum bei unseren Nachbarn rückläufig sind. In Belgien sank die quote von 1,20% auf 1,12% und in Frankreich von 1,65% auf 1,54%.

Die Branche wächst zudem schneller als Bevölkerungszahl. Von 2008 bis 2015 stieg die Zahl der Allgemeinärzte von 397 auf 498, was einem Zuwachs von 25% entspricht. Dem gegenüber der demographische Wandel: 483.800 Einwohner 2008, 576.246 in 2015. Das sind lediglich 19% Wachstum.

Bezüglich der „Alterung“ der Ärzte bleibt das Gesundheitsministerium auch unbesorgt. Luxemburg bietet hervorragende Niederlassungsmöglichkeiten und zieht somit viele Mediziner aus dem Ausland an. Und es sind insbesondere die jungen Ärzte die es ins Großherzogtum zieht.

Am Rande bemerkt

Angesichts der aus dem Gesundheitsministerium erhaltenen Zahlen dürften sich die Einwohner also nicht beklagen. Dennoch bleibt ein Wermustropfen… Die vielen aus dem Ausland kommenden Mediziner sind bestens ausgebildet und dennoch bleibt zu beklagen dass auch diese sich der Landessprache erwehren.

Dieses stellt insofern ein Problem dar, als das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt gestört wird. Ein Arzt, ungeachtet seines Fachgebiets, ist schlicht und ergreifend kein normaler Dienstleister. Seine Geschäftsgrundlage bildet das Vertrauen welches die Patienten ihm entgegenbringen. Vertrauen lässt sich aber nur aufbauen wenn sich beide Parteien verstehen.

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